Die Feier von Mek Ulson

Die Feier von Mek Ulson

Eine ganz gewöhnliche Geburtstagsfeier

In einem großzügigen Haus mit hohen Decken und kühlem Marmorboden bereiteten Herr und Frau Ulson die letzten Details für die große Geburtstagsfeier ihres Sohnes Mek vor.

Mek, ein Junge wie aus einem zeitgenössischen Märchen, hatte alles: Er war der beliebteste seiner Schule, trug ein T-Shirt voll mit den Emblemen der großen Tech-Unternehmen der Gegenwart, das jeder erkannte, und an seiner Hüfte hing eine Louis-Vuitton-Bauchtasche, die wie ein Juwel glänzte.

Meks Klasse war ungewöhnlich groß, aber er, großzügig wie er war, hatte alle Mitschüler eingeladen. Hundert Kinder, keines weniger.

Auf einem riesigen zentralen Tisch ruhte die Torte: rechteckig, üppig, verlockend und saftig aussehend. Bereits in zehn großzügige Stücke geschnitten, war es eine Torte, die dem Ulson-Geschlecht würdig war.

Die Jungen und Mädchen, aus allen Ecken, aus allen Rassen, Glaubensrichtungen und Lebensweisen, kamen zusammen und drängten sich um die Torte.

Mit strahlenden Lächeln eröffneten Herr und Frau Ulson die Zeremonie der Verteilung.

Der Erste war, selbstverständlich, Mek.

Obwohl er keinen Appetit hatte — er hatte gerade zu Hause gegessen —, setzte er sich mit theatralischer Begeisterung vor die Torte.
Seine Eltern servierten ihm das erste Stück, das er sofort verschlang. Und dann das zweite. Und das dritte. Jedes Stück verschlang er mit derselben Gier, trotz fehlenden Appetits, mit feierlicher Überzeugung: Schließlich war es sein Geburtstag.

Applaus und Jubel ließen nicht lange auf sich warten: Einige Kinder wollten Selfies, andere bejubelten begeistert jeden Bissen, den Mek hinunterschlang. Manche schauten still zu, andere beobachteten misstrauisch aus dem Augenwinkel.

Weder Blitzlichter noch Applaus hielten ihn auf: Eines nach dem anderen verschlang er fünf der zehn Kuchenstücke. Am Ende wischte er, mit sahneverschmiertem Mund und klebrigen Fingern, sein triumphierendes Lächeln mit einer bestickten Serviette ab.

Dann waren die anderen an der Reihe.

Neunundvierzig Kinder, korrekt gekleidet, höflich und ordentlich, stellten sich in perfekter Ordnung auf. Gebügelte Hemden, polierte Schuhe, respektvolle Blicke.

Herr Ulson, ein Mann bekannt für seinen rigorosen Gerechtigkeitssinn, zögerte keinen Moment.
Mit beinahe chirurgischer Präzision nahm er die restlichen fünf Stücke und schnitt jedes in zehn exakt gleiche Fragmente. So erhielt jedes Kind einen präzisen Zehntel-Anteil; nicht mehr, nicht weniger.
Es war eine akribische Arbeit, aber Herr Ulson sparte keine Mühen: Für ihn war Gerechtigkeit heilig.

Jedes Kind nahm seinen kleinen Anteil mit stiller Dankbarkeit entgegen.
Nur wenige Zwischenfälle traten auf: Ein Kind begann zu weinen, als es die Größe seines Stücks sah.
Frau Ulson beugte sich, mit routinierter Zärtlichkeit, zu ihm herunter und flüsterte ins Ohr:
— Ich weiß, es erscheint dir wenig, Liebling, aber das ist genau das, was dir zusteht.

Ein anderes Kind, etwas tollpatschig, ließ sein winziges Stück auf den Boden fallen.
Herr Ulson erklärte mit fester Stimme, ohne laut zu werden:
— Du hättest vorsichtiger sein sollen. Jetzt hast du das verloren, was dir gehörte. Das nächste Mal sei bitte verantwortungsbewusster.

Die Zeremonie verlief weiter ohne größere Probleme. Jedes Kind zog sich mit seinem Zehntel Anteil an Kuchen geordnet auf seinen Platz zurück, begleitet von einem Gemurmel, das eine Mischung aus Zufriedenheit und erlernter Resignation war.

Es blieb nur noch ein winziger Rest: ein Zehntel eines Kuchenstücks.
Davor warteten nun fünfzig Kinder.

Die Szene wurde plötzlich rau. Viele dieser Kinder hatten am Vortag nichts gegessen und während der gesamten Feier am Rand gestanden, den Kuchen mit einer kaum verhohlenen Sehnsucht betrachtend.
Angesichts der bevorstehenden Verteilung diskutierten nun einige, andere drängelten offen und mehr als einer versuchte, sich weiter vorne einzureihen, um der Torte näher zu kommen.

Mek, von seinem Ehrenplatz aus, beobachtete das Geschehen mit sichtbarem Unbehagen: barfüßige, zerlumpte, schmutzige Kinder, die lautstark schubsten und riefen.
Da erinnerte er sich an die Worte seines Vaters, die am Familientisch tausendfach wiederholt worden waren:
— "Sie sind Wilde, sie wissen sich nicht zu benehmen."

Frau Ulson wurde beim Anblick der Szene blass.
Sie fasste sich ans Herz und zog sich, unter dem Vorwand plötzlichen Unwohlseins, in ihr Zimmer zurück, um sich auszuruhen.

Herr Ulson, sichtlich verärgert, aber skrupulös gerecht und ausgewogen, ging in die Küche.
Wenige Minuten später kehrte er mit einem Spezialwerkzeug zurück: einem subatomaren Laser-Präzisionsmesser.

Mit ruhiger Hand und chirurgischer Genauigkeit schnitt er diesen Zehntel Kuchen in fünfzig mikroskopisch kleine Fragmente.
Mit einer Lupe am rechten Auge und einer Uhrmacherpinzette in der Hand legte er feierlich jedem der verbleibenden fünfzig Kinder eine winzige Kuchenpartikel in den offenen Mund.

Die Feier endete rasch.
Die Kinder kehrten in ihre Häuser und ihr Leben zurück.
In dieser Nacht schliefen alle ganz normal, nach einer vollkommen normalen Geburtstagsfeier.

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